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Scam-Pattern der Woche: Die endlose Auszahlungsgebuehr

Scam-Pattern der Woche: Die endlose Auszahlungsgebuehr

D dontkyc.me Team 21.08.2026 3 Min. Lesezeit 6 Aufrufe
📚 Teil der Serie: Scam-Pattern der Woche

Ein aktueller, von der Polizei Steinfurt öffentlich dokumentierter Fall zeigt eine besonders perfide Betrugsmasche: Ein 55-jähriger Mann aus Ibbenbüren wurde nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach hintereinander zur Kasse gebeten - jedes Mal mit dem Versprechen, danach endlich an sein Geld zu kommen. Diese "Auszahlungsgebühren"-Eskalation ist ein eigenständiges, wiederkehrendes Muster, das wir euch heute genauer erklären wollen.

Der dokumentierte Fall

Laut Polizeibericht überwies der Mann zunächst in zwei Raten einen mittleren vierstelligen Betrag, nachdem er auf ein Anlageangebot aufmerksam gemacht worden war. Anschliessend wurde ihm eine Investition in Kryptowährung angeboten - er überwies daraufhin einen weiteren, niedrigen fünfstelligen Betrag. Nach einiger Zeit zeigte sein neu erstelltes "Anlagekonto" einen sehr hohen Kontostand an. Als er sich das Geld auszahlen lassen wollte, hiess es plötzlich, dafür müsse er zunächst einen mittleren vierstelligen Betrag zahlen. Er zahlte - und bekam danach die Information, dass er nochmals etwas überweisen müsse, um endlich an sein Geld zu kommen. Erst in diesem Moment erkannte er, dass er Betrügern aufgesessen war.

Warum diese Masche so gut funktioniert

Das Perfide an dieser Eskalationstaktik: Je mehr jemand bereits investiert und gezahlt hat, desto schwerer fällt es, aufzuhören - der sogenannte Sunk-Cost-Effekt. Die Betrüger nutzen genau das gezielt aus, indem sie den vermeintlichen Kontostand künstlich in schwindelerregende Höhen "wachsen" lassen, um dann bei der Auszahlung eine Gebühr nach der anderen zu verlangen. Es gibt schlicht keine Grenze - jede gezahlte Gebühr wird sofort durch die nächste ersetzt, denn das eigentliche Ziel ist nie die Auszahlung, sondern immer nur die nächste Überweisung.

Die konkreten Warnsignale

1. Jede Zahlung, um an eine vorherige Zahlung "heranzukommen". Sobald für eine Auszahlung eine zusätzliche Gebühr verlangt wird - egal ob als "Steuer", "Versicherung", "Freischaltung" oder "Transaktionsgebühr" bezeichnet - ist das ein eindeutiges Alarmsignal. Seriöse Handelsplattformen ziehen Gebühren immer direkt vom auszuzahlenden Betrag ab, verlangen niemals eine separate Vorab-Überweisung.

2. Ein "Konto", das nur auf dem Bildschirm existiert. Ein hoher angezeigter Kontostand auf einer selbst erstellten Plattform ist wertlos, solange keine einzige echte Auszahlung stattgefunden hat. Zahlen ist einfach, das Geld zurückzubekommen unmöglich - dieses Ungleichgewicht sollte sofort misstrauisch machen.

3. Endloses Nachfordern statt einer klaren Obergrenze. Wer nach der zweiten oder dritten zusätzlichen Zahlungsaufforderung noch immer nicht ausgezahlt bekommen hat, wird es auch bei einer vierten oder fünften nicht. Jede weitere Zahlung verlängert nur den Betrug.

4. Druck durch ständigen telefonischen Kontakt. In vielen dieser Fälle bleiben die Täter über Wochen oder Monate in engem, oft stundenlangem telefonischem Kontakt mit den Betroffenen - das baut Vertrauen auf und erschwert es, rechtzeitig auszusteigen.

Was das mit uns zu tun hat

Genau deshalb setzen wir bei dontkyc.me auf echte, verifizierte Dienste mit nachvollziehbarer Historie statt auf anonyme "Anlageplattformen", die nur über Werbeanzeigen oder Telefonanrufe auffindbar sind. Ein Dienst, der bei uns gelistet ist, hat eine echte Website, eine nachprüfbare Firma oder ein Open-Source-Projekt dahinter - keine Plattform, die plötzlich "Freischaltgebühren" erfindet.

Unsere klare Empfehlung: Sobald für eine Auszahlung eine zusätzliche Zahlung verlangt wird, brich sofort ab - egal wie hoch der angezeigte Kontostand ist. Sprich mit Familie oder Freunden darüber, bevor du eine weitere Überweisung tätigst, und wende dich im Zweifel an die Polizei oder eine Verbraucherzentrale.

Quelle: Polizei Steinfurt via Presseportal

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