Scam-Pattern der Woche: Die endlose Auszahlungsgebuehr
Teil der Serie: Scam-Pattern der WocheEin aktueller, von der Polizei Steinfurt öffentlich dokumentierter Fall zeigt eine besonders perfide Betrugsmasche: Ein 55-jähriger Mann aus Ibbenbüren wurde nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach hintereinander zur Kasse gebeten - jedes Mal mit dem Versprechen, danach endlich an sein Geld zu kommen. Diese "Auszahlungsgebühren"-Eskalation ist ein eigenständiges, wiederkehrendes Muster, das wir euch heute genauer erklären wollen.
Der dokumentierte Fall
Laut Polizeibericht überwies der Mann zunächst in zwei Raten einen mittleren vierstelligen Betrag, nachdem er auf ein Anlageangebot aufmerksam gemacht worden war. Anschliessend wurde ihm eine Investition in Kryptowährung angeboten - er überwies daraufhin einen weiteren, niedrigen fünfstelligen Betrag. Nach einiger Zeit zeigte sein neu erstelltes "Anlagekonto" einen sehr hohen Kontostand an. Als er sich das Geld auszahlen lassen wollte, hiess es plötzlich, dafür müsse er zunächst einen mittleren vierstelligen Betrag zahlen. Er zahlte - und bekam danach die Information, dass er nochmals etwas überweisen müsse, um endlich an sein Geld zu kommen. Erst in diesem Moment erkannte er, dass er Betrügern aufgesessen war.
Warum diese Masche so gut funktioniert
Das Perfide an dieser Eskalationstaktik: Je mehr jemand bereits investiert und gezahlt hat, desto schwerer fällt es, aufzuhören - der sogenannte Sunk-Cost-Effekt. Die Betrüger nutzen genau das gezielt aus, indem sie den vermeintlichen Kontostand künstlich in schwindelerregende Höhen "wachsen" lassen, um dann bei der Auszahlung eine Gebühr nach der anderen zu verlangen. Es gibt schlicht keine Grenze - jede gezahlte Gebühr wird sofort durch die nächste ersetzt, denn das eigentliche Ziel ist nie die Auszahlung, sondern immer nur die nächste Überweisung.
Die konkreten Warnsignale
Was das mit uns zu tun hat
Genau deshalb setzen wir bei dontkyc.me auf echte, verifizierte Dienste mit nachvollziehbarer Historie statt auf anonyme "Anlageplattformen", die nur über Werbeanzeigen oder Telefonanrufe auffindbar sind. Ein Dienst, der bei uns gelistet ist, hat eine echte Website, eine nachprüfbare Firma oder ein Open-Source-Projekt dahinter - keine Plattform, die plötzlich "Freischaltgebühren" erfindet.
Unsere klare Empfehlung: Sobald für eine Auszahlung eine zusätzliche Zahlung verlangt wird, brich sofort ab - egal wie hoch der angezeigte Kontostand ist. Sprich mit Familie oder Freunden darüber, bevor du eine weitere Überweisung tätigst, und wende dich im Zweifel an die Polizei oder eine Verbraucherzentrale.
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